Anne-Frank-Gesamtschule

Die Projektwoche mit der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck haben wir vom 08.09.-12.09.2014 durchgeführt. Die Projektwoche war bisher auch unser größtes Projekt im Rahmen von SWAG. Während der Woche teilten wir die insgesamt knapp 50 Schüler in 5 Gruppen, in denen sie an unterschiedlichen Themen arbeiteten. Am Ende der Projektwoche stellten die Schüler ihre Ergebnisse anderen Schülern und Vertretern der Presse vor. Im Anschluss waren die Exponate noch eine Woche lang in der benachbarten Volksbank ausgestellt, wo sich interessierte Bürger von Havixbeck über die Ideen der Schüler informieren konnten.

Public Displays

Die Idee hinter dem Public Displays Projekt ist die Entwicklung eines Informationssystems für Schüler und Lehrer, das wichtige Hinweise und Mitteilungen zum alltäglichen Schulleben oder auch Nachrichten für den Betrachter bereithält. Informationsbildschirme (Public Displays) im Allgemeinen gehören zu einer intelligenten, technologisierten Stadt, also einer Smart City, und tragen zur permanenten Verfügbarkeit von Informationen bei. Die Stadt kann ihre Bürger somitüber das Medium „Public Display“ mit Nachrichten, Mitteilungen und anderen Informationen versorgen.

In Havixbeck stand dabei der tägliche Vertretungsplan im Vordergrund. Neben dem Vertretungsplan beschäftigten sich die Schüler auch mit Umfragen zum Design der Displayoberfläche sowie dem Aufstellungsort und der Entwicklung der Software. Dies beinhaltet die Programmierung einer simplen Display-Software (als Vollbild-Website) mit Interpretation und Einbindung verschiedener Datenquellen. Als Public Display kam ein berührungsempfindlicher Bildschirm mit angeschlossenem Mini-Computer zum Einsatz, der die Website darstellte.

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Verkehr

Mit dem Thema „Verkehr“ war im Näheren die Optimierung des Schulbusverkehrs gemeint. Während der Havixbecker Projektwoche ging es uns dabei vor allem um die Schulbusproblematik an der Anne-Frank-Gesamtschule, auf die uns die Schüler im Vorfeld besonders hingewiesen hatten. Gerade im ländlichen Raum legen die Schulbusse oft weite Wege zurück, um möglichst große Gebiete abzudecken, aus denen Schüler abgeholt werden müssen. Die Effizienz muss dabei oft mit Rücksicht auf die Anzahl der Fahrzeuge zurückstecken, damit zeitlich angemessener Rahmen überhaupt möglich ist. Die gefahrenen Routen sind meist fix vorgegeben, sodass Haltestellen selbst dann angefahren werden, wenn sie gar nicht bedient werden müssen. Eine Alternative zu vielen Bussen, die viele kleinere Gebiete abdecken, ist es so eine Optimierung der Route einzurichten, dass Haltestellen nur dann angefahren werden, wenn dort auch mindestens ein Schüler abgesetzt werden muss. Während der Projektwoche ist es gelungen, einen Chip zu programmieren, der die nötigen Informationen bereithält und der beim Einstieg eingelesen wird. So fährt der Bus nur die Haltestellen an, die beim Einstieg auch ins Lesegerät gescannt wurden.

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Modellstadt

In diesem Teilprojekt haben wir zusammen mit Schülern eine kleine Smart City in einem Modell errichtet. Das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) stand uns dabei als Ansprechpartner für Aspekte der modernen Stadtplanung zur Seite.

Unser gebautes Stadtmodell beinhaltete auf anschauliche Weise verschiedene technische Innovationen einer „intelligenten“ Stadt. Beispielsweise zeigten Parkplätze automatisch an, ob sie belegt oder frei sind, um die lästige und häufig lang andauernde Parkplatzsuche in Innenstädten zu vermeiden. Darüber hinaus haben die Schüler einen Stau- sowie einen Feuermelder ins Modell integriert. Außerdem sorgte eine intelligente Ampelschaltung für die Beleuchtung ausschließlich bei Dunkelheit. Für die Umsetzung setzten wir mehrere Arduino-Plattformen, die mit verschiedenen Sensoren ausgestattet sind, ein und integrierten sie in unsere Modellstadt.

IMG_1098(1)  DSC04765 Mit dem uns zur Verfügung stehenden 3D-Drucker konnten Schüler Häuser und Verkleidung für die Arduino-Sensorik für unsere Modellstadt selbst entwerfen und drucken. Parallel wurden sie im Umgang mit 3D-Modellierungssoftware, in unserem Fall SketchUp, geschult.

IMG_0373       Kirche

Zusätzlich zum Aufbau der Stadt und der Arduino-Plattformen wurde von einer weiteren Gruppe eine Internetseite entwickelt, die die Schaltzentrale unserer Smart City darstellt. Auf ihr wurden alle von den in der Modellstadt verbauten Sensoren gesammelten Daten angezeigt und ansprechend auf einer Karte visualisiert.

Ethik-Kommission

Die Ethik-Kommission war eine projektübergreifende Arbeitsgruppe, die sich kritisch mit den Inhalten von SWAG auseinander gesetzt hat: Neue Technologien bringen großen Nutzen für das Leben der Menschen. Doch was geschieht, wenn das Projekt ‚Smart City‘ außer Kontrolle gerät? Welche Risiken und Herausforderungen bergen die neuen Entwicklungen und wie können wir ihnen entgegenwirken? Wie abhängig dürfen wir uns überhaupt von Technologie machen? Diese und andere Frage stellten sich die Schüler. Innerhalb der Ethik-Kommission wurden Probleme und Risiken der digitalen Gesellschaft diskutiert, wobei Eindrücke aus den einzelnen Teilprojekten mit einflossen. Dazu beteiligten sich die Mitglieder der Ethik-Kommission auch an anderen Projekten und verfolgten das dortige Geschehen mit.

Die gewonnen Erkenntnisse haben die Schüler für die Abschlusspräsentation in einem Plakat zusammengefasst.

SWAG Poster Ethik_Gruppe A0_v2

Kommunikation

Die Projektgruppe Kommunikation widmete sich projektübergreifend dem Informationsaustausch. Das bedeutete, dass sie sowohl intern als auch extern Ansprechpartner und Informationsknotenpunkt war. Die Schüler verschafften sich während der Projektwoche einen Überblick über das Geschehen in den einzelnen Teilprojekten und sorgten dabei innerhalb der Projektgruppe für Austausch. Außerdem kommunizierten sie relevante, selbst ausgewählte Aspekte und Informationen nach außen. Dabei erstellten die Schüler verschiedenen Posts auf Facebook und Twitter und fassten jeden Tag in einem Blogbeitrag zusammen. Des Weiteren entstand eine Pressemitteilung als Einladung zur Abschlussveranstaltung. Außerdem trafen sich Schüler mit zwei Vertreterinnen der Gemeinde Havixbeck zum Interview rund um das Thema Smart Havixbeck und die Möglichkeiten innerhalb der Gemeinde. Dabei standen vor allem die Public Displays im Vordergrund, über deren vermehrten Einsatz die Gemeinde nachdenkt.